Am 19. Juni ist der Dresdner Kreuzchor auf Einladung der Dresdner Philharmonie mit einem besonderen Konzertabend im Kulturpalast zu erleben. Im Mittelpunkt steht ein A-cappella-Programm, das geistliche und weltliche Chormusik verschiedener Jahrhunderte mit Lichtperformance und dem einzigartigen Klang der Glasharmonika verbindet. Der Konzertabend folgt dabei einer bewusst gestalteten Dramaturgie: Musikalisch führt das Programm vom Dunkel der Nacht über das Erwachen des Morgens, den Zenit der Sonne am Mittag bis zum Verklingen des Tages am Abend. Unterstützt wird dieses Konzept durch das Dresden Consort als Continuo-Ensemble und eine außergewöhnliche Rauminszenierung.
Das musikalische Programm kombiniert geistliche Motetten wie „Der Geist hilft unser Schwachheit auf“ von Johann Sebastian Bach und „Unser Leben ist ein Schatten“ von Johann Bach mit weltlichen Werken etwa von Antonín Dvořák oder Rudolf Mauersberger. Ein Highlight ist die Aufführung von Ēriks Ešenvalds’ „Stars“, einem der bekanntesten Stücke zeitgenössischer Chormusik. Der Lette Ešenvalds, Shootingstar der Chormusikszene, ist inzwischen auf der ganzen Welt bekannt. Sein Werk ist für Chor und Glasharmonika konzipiert – ein Instrument, das heute nur selten im Konzert zu erleben ist und mit seinem schwebenden, obertonreichen Klang eine faszinierende Nähe zu den Knabenstimmen entfaltet.
Als Solist ist dafür Philipp Marguerre zu Gast, der auch programmatisch an die Glasorgeltradition Dresdens anknüpft: Der ehemalige Dresdner Hofkapellmeister Johann Gottlieb Naumann komponierte mehrere Werke für das Ende des 18. Jahrhunderts populäre Instrument, das insbesondere mit dem Stil der „Musikalischen Empfindsamkeit“ in Verbindung gebracht wird. Ergänzt wird der Abend durch die Künstlerin Claudia Reh. Mit Projektionen und Live-Kunst reagiert sie unmittelbar auf Musik und Raum und entwickelt während des Konzerts fortlaufend neue Bildwelten. Auf insgesamt acht auf der Bühne verteilten Projektoren entstehen so visuelle Impressionen, die die musikalische Atmosphäre begleiten und verstärken.
„Das Publikum erwartet weltliche und geistliche Chormusik aus vielen Jahrhunderten mit Continuo und Glasharmonika sowie Bildformationen, die im Augenblick entstehen, sich verwandeln und sich zur Chormusik bewegen“, betont Kreuzkantor Martin Lehmann die besondere Ausrichtung des Konzerts. „Wir möchten mit diesem Konzert bewusst auch Menschen ansprechen, die vielleicht bisher wenig Berührung mit Chormusik hatten, aber offen für besondere Konzerterlebnisse sind.“