Ein Werk, das seit Jahrzehnten fest zur Tradition des Kreuzchores gehört: Am 15. November führen der Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Philharmonie Johannes Brahms’ „Ein deutsches Requiem“ in der Kreuzkirche Dresden auf. Unter der Leitung von Kreuzkantor Martin Lehmann musizieren die Kruzianer erneut gemeinsam mit Vocal Concert Dresden. Als Solisten sind die französische Sopranistin Elsa Benoit und der Bariton Krešimir Stražanac zu hören, die beide bereits mit dem Kreuzchor in Dresden zu erleben waren.
Johannes Brahms konzipierte sein Requiem nicht als Trauermusik für die Verstorbenen, sondern als Trost für die Hinterbliebenen. So eröffnet er dieses auch nicht mit dem traditionellen „Requiem aeternam“, der Bitte um die ewige Ruhe für die Toten, sondern mit den Worten: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Brahms verzichtete auf das katholische Messordinarium und stellte Texte aus dem Alten und Neuen Testament zusammen, die ihm persönlich wichtig waren. Nach der Bremer Aufführung der damals noch sechssätzigen Fassung am Karfreitag des Jahres 1868 zeigte sich Clara Schumann tief bewegt: „Mich hat dieses Requiem ergriffen wie noch nie eine Kirchenmusik.“ Brahms’ „Ein deutsches Requiem“ gehört seit der Nachkriegszeit zur Konzerttradition des Dresdner Kreuzchores.
Für Krešimir Stražanac ist das Konzert mit dem Kreuzchor ein Wiedersehen: Im vergangenen Jahr sprang der kroatische Sänger kurzfristig bei der Aufführung von Brahms’ Requiem ein. Nun übernimmt er erneut die Baritonpartie in der Kreuzkirche. Die Sopranistin Elsa Benoit war zuletzt 2024 gemeinsam mit dem Dresdner Kreuzchor und der Dresdner Philharmonie im Kulturpalast zu hören. Der Konzertmitschnitt mit Poulencs „Gloria“ und Schuberts As-Dur-Messe erschien 2025 bei Berlin Classics auf CD. Den besonderen klanglichen Anforderungen an Brahms’ „Deutsches Requiem“ widmet sich der Kreuzchor inzwischen in guter Tradition gemeinsam mit Vocal Concert Dresden. Das Ensemble ergänzt die Knaben- und Männerstimmen des Kreuzchores und erweitert so die klanglichen Möglichkeiten der Aufführung.