Dresdner Kreuzchor widmet sich Bachs h-Moll-Messe im Gedenkkonzert am 7. Februar 2026

Im diesjährigen Gedenkkonzert am 7. Februar 2026 widmet sich der Dresdner Kreuzchor einem der zentralen Werke der Musikgeschichte: Johann Sebastian Bachs Messe h-Moll überzeugt durch kompositorische Vollendung und geistliche Tiefe. Zum ersten Mal begleitet das Dresdner Festspielorchester mit seiner historisch informierten Klangkultur die Aufführung in der Kreuzkirche. Unter der Leitung von Kreuzkantor Martin Lehmann ist zudem ein hochkarätiges Solistenensemble mit Miriam Feuersinger und Hanna Zumsande (Sopran), Marie Henriette Reinhold (Alt), Eric Stokloßa (Tenor) und Tobias Berndt (Bass) zu erleben.

In seiner h-Moll-Messe verdichtete Bach all seine Erfahrung, Meisterschaft und Klangvorstellung zu einem musikalischen Vermächtnis. Groß angelegt, farbenreich instrumentiert und von außergewöhnlicher stilistischer Vielfalt, steht sie singulär in seinem Schaffen. Mit dem Kyrie und Gloria, die der Leipziger Thomaskantor als „Missa“ zusammenfasste, erhoffte sich Bach den Titel eines „Hofcompositeurs“ Friedrich Augusts II. in Dresden. Erstmals griff er für die Messvertonung auf den vollständigen lateinischen Text zurück. Zu einer vollständigen Aufführung zu Bachs Lebezeiten scheint es nicht gekommen zu sein. In seiner heutigen Gestalt erklang sein letztes großes Vokalwerk wahrscheinlich erstmals 1835 in Berlin. Die erste dokumentierte Aufführung des Dresdner Kreuzchores fand am 3. März 1923 unter Otto Richter statt.

Franz Liszt würdigte die h-Moll-Messe als den „Mont-Blanc der Kirchenmusik“. Auch Kreuzkantor Martin Lehmann greift dieses Bild auf: „Ein Werk wie die h-Moll-Messe mit ihren anspruchsvollen Vokalpartien schüttelt man als Knabenchor nicht einfach aus dem Ärmel. Das Werk braucht eine lange, konzentrierte Vorbereitung. Deshalb haben wir bereits im August vergangenen Jahres mit den ersten Proben begonnen. In ihrer Komplexität ist die Arbeit an diesem Werk durchaus mit der einer Bergbesteigung vergleichbar, bei der viele Faktoren zusammenkommen müssen, damit der Gipfel erreicht wird.“

Als musikalischer Partner erstmals mit dem Kreuzchor zu erleben ist das Dresdner Festspielorchester. Der 2012 von den Dresdner Musikfestspielen gegründete Klangkörper für historische Aufführungspraxis vereint Mitglieder aus so renommierten Alte-Musik-Ensembles wie der Academy of Ancient Music, dem Concentus Musicus Wien, Il Giardino Armonico, Concerto Köln und der Akademie für Alte Musik Berlin. Auf Originalinstrumenten nähern sie sich mit einem Fokus auf romantisches Repertoire dem Klang der Entstehungszeit. Seit 2023 widmet sich das Dresdner Festspielorchester mit „The Wagner Cycles“ einer historisch informierten Aufführung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. In diesem Jahr findet das groß angelegte Projekt mit der „Götterdämmerung“ seinen Abschluss.