Der Dresdner Kreuzchor gestaltet die Karwoche in der Kreuzkirche erneut mit Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion. Unter der Leitung von Kreuzkantor Martin Lehmann erklingt das groß besetzte Werk traditionell am Gründonnerstag und Karfreitag. Neben dem Kreuzchor wirken ein international besetztes Solistenensemble sowie die Dresdner Philharmonie als langjährige Partnerin mit. Seit 2025 steht die Matthäuspassion im jährlichen Wechsel mit Bachs Johannespassion auf dem Programm.
Die Aufführungen gehören seit vielen Jahren zu den musikalischen Fixpunkten der Dresdner Karwoche: Bachs Vertonung der Passionsgeschichte nach dem Matthäus-Evangelium, die musikalische Darstellung vom Leiden und Sterben Jesu Christi, erklang vermutlich erstmals am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche und zählt zu den bedeutendsten Werken der Kirchenmusik. Als eines der vollständig erhalten gebliebenen authentischen Passionswerke von Bach ist die Matthäuspassion seit Generationen fest im Repertoire der Kruzianer verankert.
„Für den Kreuzchor und auch für mich persönlich ist die Matthäuspassion ein Schlüsselmoment der Karwoche, weil es uns in allem, was uns als Menschen derzeit bewegt, tatsächlich innehalten lässt“, so Kreuzkantor Martin Lehmann. „Besonders eindrücklich ist für mich immer wieder, wenn die Knabenstimmen sich dieses Werk zum ersten Mal erarbeiten. Es ist unser Auftrag, gerade sie für diese Inhalte und für die besondere Musiksprache Bachs zu motivieren und zu begeistern. Wenn uns das gelingt, entsteht nicht nur eine hochwertige Aufführung. Dann prägen wir auch eine Generation von Kindern und Jugendlichen, die diese Fülle an Einfallsreichtum und musikalischer Pracht weitertragen und selbst zu Botschaftern Bachscher Musik werden.“
Für die Aufführungen steht dem Kreuzkantor ein international besetztes Solistenensemble zur Seite. Die Sopranistin Marie-Sophie Pollak hat sich in der Alte-Musik-Szene einen Namen gemacht; ihre jüngste Solo-CD mit Concerto Köln und Werken von Bach sorgte im vergangenen Herbst für Aufmerksamkeit. Die britische Mezzosopranistin Helen Charlston, die ihre musikalische Ausbildung im Mädchenchor der St Albans Abbey begann, wurde 2023 mit einem Gramophone Award für das beste Konzeptalbum ausgezeichnet. Benedikt Kristjánsson kehrt nach seinem Debüt vor zwei Jahren als Evangelist zurück. Erstmals mit dem Dresdner Kreuzchor zu erleben ist der aus Regensburg stammende Tenor Richard Resch. Die Partie des Jesus übernimmt der britische Bariton Roderick Williams, der regelmäßig mit führenden Orchestern und Opernhäusern in Europa und den USA arbeitet und inzwischen auch als Komponist erfolgreich ist. Der Bariton Jonas Müller ist Mitglied des Internationalen Opernstudios der Oper Frankfurt und wurde im vergangenen Jahr mit dem Musikpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.